Laghi d‘Ovarda
Sieben kleine Bergseen, einer schöner als der andere. Traumhaft schöne Tour auf wenig begangenen Pfaden über dem Vallone d‘Ovarda, ein abgeschiedenes Seitental des Valle di Viù.
Die Wanderung beginnt bei der wunderschön auf einer Lichtung gelegenen Cappella di San Bartolomeo (1377 m) im lieblich grünen Vallone d‘Ovarda. Jenseits der Kirchenkapelle folgt man dem unbefestigten Alpsträsschen, welches nach ca. 5 km bei der Alpe d‘Ovarda endet. Die erste halbe Stunde ist recht gemütlich, einfach gehen, vor sich hintrotten und sich treiben lassen. Bereits nach wenigen Schritten liegt der Wald hinter einem und man wandert durch meist offenes und aussichtsreiches Terrain, das Tal wird dominiert von den markanten Gipfeln von Torre d‘Ovarda (3069 m), Punta Golai (2818 m) und Monte Ciorneva (2918 m). Der breite Fahrweg windet sich weiter talaufwärts, hier und da kann man über die Weiden abkürzen. Am Wegesrand zahlreiche verstreute Alphütten, nicht wenige wurden mittlerweile aufgegeben und liegen in Ruinen. Weiter talaufwärts die Alpe Gro Roc (ca. 1600 m), die Gebäudegruppe wurde vor einiger Zeit hübsch renoviert. Nur wenige Schritte entfernt die Alpe Milone (1615 m), wo man unmittelbar vor den Häusern die Alpstrasse verlässt. Man steigt nun weglos über die Weiden bis zur den bereits sichtbaren oberen Alpgebäuden (ca. 1645 m). Jenseits der Hütten folgt man der nun spärlichen Pfadspur, die entlang eines steilen grasigen Rückens hinaufführt. Am höchsten Punkt angekommen, geht es nunmehr sanft ansteigend durch mit Alpenrosen und Wacholder überwachsendes ehemaliges Weideland mit tollem Panorama, am Wegesrand einige verstreute Birken und Lärchen, ein wahrlich wunderschöner Wegabschnitt. Nach einer Weile mündet der Pfad in den markierten Weg, der von der Alpstrasse unterhalb der Alpe d'Ovarda heraufkommt. Diese Variante von der Alpe Milone ist zwar nicht rot/weiss markiert, sie ist aber bei guten Sichtverhältnissen problemlos zu finden (vereinzelte Steinmännchen) und einfach zu begehen. Alternativ bleibt man bei Alpe Milone auf der unbefestigten Alpstrasse und folgt dieser bis zur einer Kehre unterhalb der Alpe d'Ovarda, wo der offizielle Weg abzweigt. Die hier beschriebene Route ist jedoch wesentlich schöner.
Von der oben erwähnten Weggabelung erreicht man in einer knappen halben Stunde die weite Hochfläche des Pian del Giuoco (1995 m, auf einigen Wegweisern und auf der l'Escursionista Editore-Wanderkarte auch fälschlicherweise als Pian del Gioco bezeichnet), mit tollem Parorama auf die umliegenden Berge. Der gewaltige Torre d‘Ovarda (3069 m) dominiert nahezu das gesamte obere Tal. Ein stimmungsvoller und mystisch anmutender Ort mitten im Nirgendwo, die Gegend ist übersät von Steinen und bizarr in der Landschaft herumliegenden Felsbrocken.
Im weiteren Verlauf geht es weiter nordostwärts, der nun recht steinige Pfad quert in einigem Auf und Ab eine felsige Bergflanke, das lieblich grüne Vallone d‘Ovarda liegt einem zu Füssen. Dann windet sich der deutliche und gut markierte Weg hinauf auf einen Geländerücken, zwischendurch müssen zwei kleinere Blockfelder gequert werden. Oben angekommen trifft man auf einen Wegweiser, hier geht man weiter geradeaus, der Abzweig zum Lago Grande bleibt links liegen. Wenig später quert der Weg eine etwas ausgesetzte felsige Stelle, die jedoch mit einer Kette gesichert ist und bei trockenem Wetter problemlos zu passieren ist. Nichts destro trotz ist hier Trittsicherheit erforderlich.
Weiter auf nun ebenem Weg zum nahen Lago Piccolo (2155 m) am Fuss des Monte Turlo (2440 m), der unterste der sieben Laghi d‘Ovarda. Nach einem weiteren kurzen Anstieg erreicht man eine weite Hochfläche, wo zwei weitere Seen friedlich vor sich hinschlummern. Der Lago Bleu (2209 m) befindet sich rechts des Weges am Rand eines ausgedehnten Geröllfeldes am Fuss des Ciarm del Prete. Von dort geht man über die Hochebene in fünf Minuten zu dem bereits sichtbaren Bivacco Lago Grande d'Ovarda (2215 m), eine im Sommer 2026 neu errichtete Selbstversorgerhütte in landschaftlich grossartiger Lage. Wenige Schritte entfernt der malerische Lago Grande (2212 m), der grösste der sieben Bergseen. Hier kann die Füsse in den Himmel strecken und die wunderschöne Umgebung geniessen. Von der Biwakhütte führt ein markierter Weg in 20 Minuten hinauf auf eine weitere Hochfläche mit dem Lago Lungo (2302 m), ein Rundweg führt über die Tre Laghetti di Mazzuchini (2398 m) zurück zum Lago Grande.
Der Rückweg beginnt bei der Biwakhütte und führt entlang des Ostufers des Lago Grande. Jenseits des Sees folgt ein kurzer Anstieg auf einen Geländerücken. Im darauffolgenden Abstieg muss ein Blockfeld gequert werden, hier ist Trittsicherheit erforderlich. Etwa eine halbe Stunde nach dem Lago Grande mündet der bisweilen unwegsame, aber gut markierte Pfad in den Weg der Aufstiegsroute (Wegweiser). Auf diesem nun zurück zum Pian del Giuoco (1995 m) und weiter abwärts bis zur unbefestigten Fahrstrasse im Vallone d'Ovarda, wenig unterhalb der gleichnamigen Alp. Auf dem Fahrweg geht es nun eine Weile weiter talabwärts, genau bis zu einer Kehre etwa 500 m vor der Alpe Milone, wo rechts ein weiterer unbefestigter Fahrweg abzweigt. Diesem folgt man leicht absteigend, kurz darauf trifft man auf einen Wegweiser, wo man links geht. Wenig später kommt man zu den aufgegebenen Alpgebäuden der Baite Frontera (1610 m). Weiter auf einer nun wunderschönen Mulattiera (= Saumweg), die mal durch offenes Weideland, mal durch lauschigen Wald in einer guten halben Stunde zurück zum Ausgangspunkt bei der Cappella di San Bartolomeo (1377 m) führt.
Durch die im Jahr 2026 neu errichtete Selbstversorger-Biwakhütte am Lago Grande ergeben sich ganz neue Möglichkeiten, die landschaftlich wunderschöne Gegend um die Seen auch im Rahmen einer Mehrtageswanderung näher zu erkunden.
- Juni bis Oktober
- T1 auf dem Alpsträsschen
T2/T3 im weiteren Verlauf - Gehzeiten:
6,5 Std. im Auf- und Abstieg (bis zum Lago Grande)
7,5 Std. im Auf- und Abstieg (bis zu den obersten Seen) - Höhenunterschiede:
5775 m bis zum Lago Piccolo
5815 m bis zum Lago Bleu und Lago Grande
5915 m bis zum Lago Lungo
1022 m bis zu den Tre Laghetti di Mazzuchini - Ausgangs- und Endpunkt:
Cappella di San Bartolomeo (1377 m), Zufahrt von Chiandusseglio, die letzten 2 km sind abschnittsweise nicht asphaltiert, aber mit normalen Pkw und ein wenig Vorsicht befahrbar (ohne Gewähr).
Cappella di San Bartolomeo - Alpe Milone - Pian del Giuoco - Laghi d'Ovarda (12.10.2021)
| M | D | M | D | F | S | S | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
49 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | |
50 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13 |
51 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 |
52 | 21 | 22 | 23 | 24 | 25 | 26 | 27 |
53 | 28 | 29 | 30 | 31 |
| M | D | M | D | F | S | S | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
53 | 1 | 2 | 3 | ||||
01 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 |
02 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 |
03 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 23 | 24 |
04 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29 | 30 | 31 |







































